Unsere Historie

Vor dem Zusammenschluss zur Diakoniewerk Oberhausen gGmbH am 1. Januar 2022 blickten die evangelische jugendhilfe gGmbH auf eine 135-jährige und das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen auf eine 100-jährige Geschichte zurück.

Ehemals evangelische Jugendhilfe

Im April 1887 gründeten Mitglieder des Presbyteriums der Evangelischen Christuskirchengemeinde in Oberhausen den Evangelischen Waisenhausverein, später umbenannt in „Evangelischer Heimstättenverein“.  Ziel war es, Kinder, die von ihren aufgrund des Börsenkrachs arbeits- und mittellosen Eltern vernachlässigt und oftmals sich selbst überlassen wurden, zu unterstützen.

Zunächst fanden bis zu 32 Kinder in einem angemieteten Haus an der Grenzstraße ein neues Zuhause. Schon bald wurde das Haus jedoch zu klein, sodass der Vereine eine Heimstatt für bis zu 100 Kinder an der Helmholtzstraße baute. Dort standen vor allem die Vermittlung christlicher Werte, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Verselbstständigung im Vordergrund.

Während des Ersten Weltkriegs und in der Zeit danach stand die Einrichtung kurz vor dem Aus, konnte durch selbstloses Engagement allerdings gerettet werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von einer Bombe getroffen und unbewohnbar. Bis zum Wiederaufbau im Jahr 1949 durch den damaligen Heimleiter Heinrich Kaup lebten die Kinder im „Exil“ im Hunsrück.

Die große Reformwelle der Pädagogik, ausgelöst durch die 68er-Bewegung, hatte zur Folge, dass die Kinder nicht länger in einem großen Haus wohnten. Stattdessen entstanden mehr und mehr Wohngruppen, also dezentrale und unabhängige Lebensorte.

In den 90er-Jahren erfolgte die Umbenennung in „evangelische jugendhilfe gGmbH (ejh)“. Die Einrichtung bot – und bietet – Kindern, Jugendlichen und Familien multiprofessionelle Angebote an: stationäre, teilstationäre und ambulante Unterstützung und Unterstützung in Beratungsstellen.

Am 1. Januar 2022 fusionierte die ejh mit dem Diakonischen Werk im Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen zur Diakoniewerk Oberhausen gGmbH.

Ehemals Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen

Die Geschichte des ehemaligen Diakonischen Werkes im evangelischen Kirchenkreis Oberhausen (DW) beginnt offiziell im Jahr 1921. Vor allem ein Name ist eng mit der Gründung verknüpft: Gertrud Zillich.

Gemeinsam mit Pfarrern und einem Freundeskreis gründete sie im Jahr 1918 den Evangelischen Frauenverein für Jugendschutz e. V. und kümmerte sich um Mädchen und junge Frauen, um diese in den Wirren des Ersten Weltkrieges einem geordneten Haushalt zuzuführen. Parallel baute sie ein kleines Netzwerk aus, das verschiedene Fürsorgeaktivitäten bündelte. Auf Initiative von Dr. Wilhelm Schmidt, Pfarrer der Christuskirchengemeinde, und Schwester Margarethe Giese entwickelte sich daraus das „Evangelische Jugendpfarramt“ (später: Evangelisches Jugend- und Wohlfahrtsamt). Es gilt als direkter Rechtsvorgänger des DW.

Während des Zweiten Weltkriegs war eine Fortsetzung der Arbeit nur unter großen Einschränkungen möglich. Unterstützungen erfuhr das Amt vom „Hilfswerk“, initiiert von Eugen Gerstenmeier, um der notleidenden Bevölkerung zu helfen. Die beiden Organisationen arbeiteten Hand in Hand und schlossen sich später zu einer Einrichtung zusammen.

Im Jahr 1963 entstand der „Evangelische Gemeindedienst für Innere Mission und Hilfswerk im Kirchenkreis Oberhausen“, der ab 1966 „Diakonisches Werk im Kirchenkreis Oberhausen (DW)“ hieß. Ebenfalls im Jahr 1963 entstand die Evangelische Familienhilfe e. V.

Das Diakonische Werk nahm seit den 1970er-Jahren immer weitere Arbeitsfelder in Angriff und entwickelte sich von einer Jugendwohlfahrtseinrichtung hin zu einem modernen Sozialverband auf den Gebieten der Familien-, Alten- und Gefährdetenhilfe. In den 80er-Jahren wurde das Angebot um die Ferienerholung, die Betreuung von suchtkranken und wohnungslosen Menschen sowie um die Flüchtlingsbetreuung ergänzt.

In den 90er-Jahren wurde die Betreuung von psychisch Erkrankten intensiviert und spezifiziert. Sparzwänge erforderten Mitte der 90er-Jahre zwar Umstrukturierungen, trübten aber die Freude auf das 75-jährige Bestehen im Jahr 1996 nicht, sondern führten im Jubiläumsjahr dazu, dass die Ökonomisierung der Sozialarbeit in mehreren Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam thematisiert wurde.

Neben dem Tagesgeschäft engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch sozial-politisch für die Belange von Menschen in herausfordernden Lebenslagen. In seiner 100 -jährigen Geschichte wurde das Diakonische Werk somit zu einem bedeutenden Träger in der sozialen Landschaft der Stadt Oberhausen.

Dieses Engagement setzt das ehemalige DW seit der Fusion mit der evangelischen jugendhilfe Oberhausen gGmbH zur Diakoniewerk Oberhausen gGmbH fort.

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